Text „Alles im Fluss“

01 Last und Lust
02 Wird es sein?
03 Glaub an dich
04 Zwilling
05 Mantra
06 Schein und Sein
07 einfach weg
08 Schuldig
09 Marietta
10 Bildungsoffensive
11 Utopia
12 Abschied nehmen
13 Triskaidekaphobie
04 zum Sterben zu viel

 

 

Last und Lust

Völlig im Arsch,
am Arsch der Welt.
600 Kilometer
jeden Stein gezählt.
Völlig verrückt,
die Seele zerdrückt.
Der Tag hat seine Last mir aufgeladen.

In blinden Fenstern mein Gesicht.
Bin ich das wirklich – oder nicht?
Ich weiß es manchmal selber nicht.
Gedanken überschlagen sich
Was weiß ich wirklich über mich?
Ist dies wahrhaftig oder Pflicht?

Dann wird es Licht in der Gruft und in mir
und ich fühle, dass ich singen muss.
Jetzt und hier.
Denn nur Pflicht ist nicht genug,
nur ein Schritt zum Selbstbetrug.
Um mich vom Lauf der Dinge zu entfernen,
muss ich selber erst mal wieder laufen lernen.

Völlig entrückt.
Total verzückt.
Von der Hölle zum Himmel
und wieder zurück.
Was ich auch tu,
was ich auch sag,
sie müssen mich ertragen.

Direkt da vor mir ein Gesicht.
Ich frag mich denkt er oder nicht?
Du weißt es jetzt noch nicht.
Gedanken überschlagen sich.
Was weiß ich wirklich über dich?
Doch in deinen Augen glänzt ein Licht.

Und es wird Licht in der Gruft und in mir…

Völlig kaputt.
Ganz und gar entpuppt.
Das Glück wiegt doch viel mehr
als neue Falten.
Wo ich auch bin,
für wen ich auch sing,
ich werde es im Kopf behalten.

Und Ihr sitzt da im Kerzenlicht.
Ich frag mich, denkt Ihr auch wie ich?
Ihr wisst es jetzt noch nicht.
Gedanken überschlagen sich.
Bevor ein neuer Tag anbricht,
werdet ihr so glücklich sein wie ich.

Denn es wird Licht in der Gruft und in mir.
Und ich fühle, dass ich singen muss,
jetzt und hier.
Denn nur Pflicht ist nicht genug,
nur ein Schritt zum Selbstbetrug.
Um mich vom Lauf der Dinge zu entfernen,
muss ich selber erst mal wieder laufen lernen.

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Wird es sein?

Als ich auf dem Dach einst saß,
und das zähe Fleisch der blauen Taube aß,
pickte mir ein Spatz in die Hand.
Sprach zu mir „Im Zweifelsfall
kommt Hochmut vor dem Fall.
Bin ich Dir nicht mehr gut genug?“

Ich mach mal lieber einen Schritt zur Seite,
raus aus dem Gleis.
Und lauf mal wieder über Stock und Steine,
denn niemand weiß, denn niemand weiß.

Wird es einst so sein,
dass ich die Sterne wirklich greifen kann?
Kann auch sein sie sind zu heiß
und ich verbrenn mich dran.
So mach ich mir lieber eine Kerze an.

Als ich auf dem Thron einst saß,
und der Thron war ganz und gar aus Glas,
fiel vom Herzen mir ein großer Stein.
Doch der Stein fiel auf den Thron.
Tausend Scherben sprachen Hohn,
Ehrgeiz und Zufriedenheit.

Ich mach mal lieber einen Schritt zur Seite,
raus aus dem Gleis.
Und lauf mal wieder über Stock und Steine,
denn niemand weiß, denn niemand weiß.

Wird es einst so sein…

Als ich das Versprechen gab
So zu sein dass ich mich selbst noch mag
Meinte ich es wohl nicht ernst genug.
Stehe so oft vor dem Fall
Seh die Zeichen überall
Es ist Zeit wieder hier zu sein!

Ich mach mal lieber einen Schritt zur Seite,
raus aus dem Gleis.
Und lauf mal wieder über Stock und Steine,
denn niemand weiß, denn niemand weiß.

Wird es einst so sein…

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Glaub an dich!

Schon der Versuch,
dir in die Augen zu sehn,
muss scheitern, denn du
musst nun dringend gehen,
um dich selbst zu besuchen.
Denn aus deiner Haut
kannst und willst du nicht raus.
Hier bist du zu Haus,
weil du nur dir allein vertraust.

Und darum merkst du nicht,
dass jeder dich liebt
Denn du und dein Leiden,
ihr seid ein Paar.
Und darum glaubst du nicht,
dass du wunderschön bist.
Und durch Deine Tränen
Ist das auch nicht mehr wahr!

In deinem Gefängnis
bist du Wärter und Koch.
Malst Blumen an Wände
und fürchtest dich doch,
eine Tür zu malen,
die ins Freie führt.
Wo die Welt dich berührt,
in der du ständig frierst,
in der du jeden Mut verlierst.

Und darum merkst du nicht,…

Nur Mut meine Kleine,
du wirst vermisst.
Von Jenen, die wissen wollen,
wie Du wirklich bist.
Darum komm heraus
und glaub an dich!

Und dann merkst du gleich,
dass jeder dich liebt.
Denn du und die Welt,
ihr seid ein Paar.
Und dann glaubst du daran,
dass du wunderschön bist.
Dann weinst du vor Glück,
und das ist wunderbar!

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Zwilling

Ewig treibt die Frage mich,
darf ich? Will ich? Kann ich oder nicht?
Grinsend zeigt sich mein Dämon,
der mich quält so lange schon.

Heute böse, morgen gut.
Schwarz und weiß, es steht mir beides gut.
Denn ich bin ja nie allein.
Ich bin Abel, ich bin Kain.

Manchmal steh ich neben mir
und schrei mich an.
Wie es möglich ist,
dass ich zweimal in mir leben kann.
Wohnen doch zwei Seelen ach in meiner Brust.
Und die eine will nicht,
was die andre tuen muß.

Ratlos sehen Freunde mich.
Ist er's oder ist er's nicht?
Denn ich weine oder lache
ganz danach, als was ich erwache.

Heute traurig, morgen froh.
Schwarz und weiß, es ist nun einmal so.
Denn ich bin ja nie allein.
Ich bin Abel, ich bin Kain.

Manchmal steh ich neben mir…

So fürchte ich mein Spiegelbild
Weil es so anders ist als ich.
Hasse mich.
Liebe mich.
Weil mir schwarz und weiß niemals gilt.

Denn ich kann mich nicht vereinen.
Muss beim Lachen Tränen weinen.
Fühle Liebe, fühle Hass.
Beides wild und ohne Maß.

Heute Hoffnung, morgen tot.
Schwarz und Weiss. das ist mein täglich Brot.
Denn ich bin ja nie allein.
Ich bin Abel und auch Kain.

Manchmal steh ich neben mir
und schrei mich an.
Wie es möglich ist,
dass ich zweimal in mir leben kann.
Wohnen doch zwei Seelen ach in meiner Brust.
Und die eine will nicht,
was die andre tuen muß.

Musik: Gerit Hecht, Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Mantra

In unserer wunderschönen Zivilisation
erfinden wir uns ständig neu.
Und unsere Position
wird täglich neu definiert,
weil die Krankheit als solche
keineswegs – einfach so passiert.

Auch mir ging es schon einmal richtig schlecht.
Mozart ist ja auch schon tot
und auch Brecht.
Endstation Hoffnung Apotheke.
Zwei Kilo Pillen halfen nicht,
die wollten nur meine Knete.

Tut Dir etwas weh, nimm keine Tabletten.
Die Biochemie kann Dich nicht retten.
Kein Hustensaft, kein Einlauf,  kein Aspirin
helfen dir, denn das Problem ist tief in dir drin.

Such einfach deine Mitte, und die Schmerzen vergehn.
Sing dein Mantra.

dei, dei, dei, dei, dei, dei, dei...

Ich schleppte mich verzweifelt in die Chirurgie.
Das Schöne daran ist ja die Anästhesie.
Ergebnislos wühlten sie in mir.
Jetzt bin ich Lachgassüchtig
und schlafe nicht mehr ein ohne Bier.

Orthopädie, Kardiologie, Urologie,
doch wichtiger noch die Psychologie.
So viele unbekannte Zonen
in meinem Kopf.
Dort nachzusehn könnte sich lohnen.

Tut Dir etwas weh, dann spitz deine Ohren.
Horch in dich hinein, sonst bist du verloren.
Keine Therapie, kein Fitnessplan, kein Ephidrin
helfen dir, denn das Problem ist tief in dir drin.

Such einfach deine Mitte, und die Schmerzen vergehn.
Sing dein Mantra.

dei, dei, dei, dei, dei, dei, dei...

So manche Krankheit wäre uns unbekannt,
hätte man sie nicht im Einzelnen
für uns benannt.
Bakterien, Allergien, Neurosen
gehören nun zu uns.
Wir sind ja gut erzogen!

Such einfach deine Mitte, und die Schmerzen vergehn.
Sing dein Mantra.

Musik: Eric Fish, Gerit Hecht
Text: Eric Fish

 

 

Schein und Sein

Die Hoffnung stirbt zuletzt,
ist tausendfach schon aufgebahrt.
Woher neue nehmen und nicht stehlen?
So war ich nun bereit für das Wort des Propheten.
Der stieg von seinem Berg, hieß mich zu ihm beten.
Las Glück mir aus der Hand, aus Sternen und Planeten,
die sich nur für mich bewegten.

Einst hab ich ihn gesehen.
Er konnte übers Wasser gehn.
Doch was ich niemals sah,
dass er sogleich versunken war.

Gar mächtig ist das Wort, erst recht,
wenn man glauben will.
Und Glaube lässt den Seher erblinden.
So glaubte ich, denn tat nichts mehr als beten.
Und trug all mein Hab und Gut zum Berg des Propheten.
Gab lachend alles auf um die Welt zu betreten,
in der nur die Glücklichen lebten!

Einst hab ich ihn gesehen…

In dieser Welt des Glücks traf ich nur meines Gleichen.
In Lumpen gehüllt, mit hungrigem Blick.
Unser Glaube verfiel.
Unsre Haare ergrauten.
Von ferne ein Lachen, an das wir einst glaubten.
Verschwunden der Prophet.
Verzweifelt wir Beraubten, die wir so blind vertrauten.

Einst hab ich ihn gesehen.
Er konnte übers Wasser gehen.
Doch was ich niemals sah.
Dass er sogleich ertrunken war.

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Einfach weg!

Zuflucht warst Du mir.
Deine Schürze mit den 57 Blumen drauf
war der wärmste Ort, und jetzt fehlt er mir,
wie deine Hände, knotig und krumm.
Für die Arbeit, nicht für Zärtlichkeit gemacht.
Und doch so weich in mancher Gewitternacht.

Und nun ist sie weg.
Nicht mehr da.
Einfach fort.
Und ich glaube nicht an einen Ort,
wo wir uns wiedersehn.

Du warst die letzte Instanz,
Wenn Räuber und Gendarm zerschlugen Porzellan.
Und immer gab es Gnade und eine klitzekleine Strafe.
Und für ein Gänseblümchen ein Lächeln
und manchmal Schokolade,
die du vom Munde abgespart.
Für jeden Tag war sie viel zu schade.

Und nun ist sie weg.
Nicht mehr da.
Einfach fort.
Und ich glaube nicht an einen Ort,
wo wir uns wiedersehn.

Und nun ist sie weg.
Nicht mehr da.
Einfach fort.
Doch ich weiß, sie glaubt an einen Ort,
wo wir uns wiedersehn.

Musik: Gerit Hecht
Text: Eric Fish

 

 

Schuldig

Lasst euch erzähln von einem Gesetz,
dass über uns schwebt
wie ein unsichtbares Netz.
Das denen nur nützt,
die am lautesten schreien.
Und jene beschützt,
die mit dem Finger auf mich zeigen.

Und ich stehe auf, sage: „Ja, ich bin's“.
Schuldig oder nicht, ich halt den Kopf hin.
Und ich stehe auf, nehm die Strafe hin.
Denn einer muss es sein, der Frieden trägt im Sinn!

Einer muss es sein,
der immer wieder Opfer bringt.
Einer muss es sein,
der alle Bürden auf sich nimmt.
Denn einer muss es sein,
der sich für euch dem Richter stellt.
Der Eine wird es sein,
der diese falsche Welt zusammenhält.

Die Meute, sie hetzt
jeden Schwachen zum Tod
und reißt und zerfetzt
ohne Hunger und Not.
Gefragt, ob sie schuldig,
schreit sie: „Nein noch nicht heut!“
Ich sage, „kommt her
und schlagt mich ans Kreuz“!

Und ich stehe auf, sage: „Ja, ich bin's“.
Schuldig oder nicht, ich halt den Kopf hin.
Und ich stehe auf, nehm die Strafe hin.
Denn einer muss es sein, der Frieden trägt im Sinn!
Einer muss es sein,
der immer wieder Opfer bringt.
Einer muss es sein,
der alle Bürden auf sich nimmt.
Denn einer muss es sein,
der sich für euch dem Richter stellt.
Der Eine wird es sein,
der diese falsche Welt zusammenhält.

Und nun seht mich an.
Seht diesen Mann.
Was glaubt Ihr, wie viel er
noch tragen kann.

Nehmt eure Schuld!
Tragt sie allein!
Nehmt mir die Pein
und glaubt mir,
diese Welt wird besser sein!

Ein Jeder muss es sein,
der immer wieder Opfer bringt.
Ein Jeder muss es sein,
der alle Bürden auf sich nimmt.
Ein Jeder muss es sein,
der sich für uns dem Richter stellt.
Ein Jeder muss es sein,
bevor die Welt zusammenfällt.

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Marietta

So schlampig zugeknöpft ist Deine Bluse nicht,
dass du dich jedem Schurken schenkst,
bei Wein und Kerzenlicht.
Da ist viel Feuer und viel Rauch
in deinem feinen Lächeln.
Das bringt den letzten Mann im Dorf
Dazu, dir nach zu hecheln.

Die Toren und die Weisen auch,
die machst du dir zum Narren.
Sie triefen schon vor Schweiß und Lust.
Ich muss darüber lachen!

Marietta,
Marietta, jeder will dein Hirte sein.
Marietta,
dein Silberblick ist nur ein Trick.
Darauf fall ich nicht herein.

Du gehst die Straße auf und ab
mit leichten Kinderschritten.
Und leckst mit deiner Zunge heiß
dir über Kirschenlippen.
Und alles keucht und schaut dir nach.
Selbst Sonnenblumen wenden
dir sehnsuchtsvoll die Köpfe zu
und wollen sich verschwenden.

Die Toren und die Weisen auch…

Marietta...

Marietta,
doch nachts schläfst du im Bett allein.
Marietta,
und kalt sind deine Kissen.
Marietta,
wer soll, dein Hirte sein?
Komm her, ich will es wissen.
Marietta,
auch ich fall auf dich rein.

Musik: Eric Fish, Gerit Hecht
Text: Eric Fish

 

 

Bildungsoffensive

Als Liedermacher lebt man nicht nur so dahin.
Alles was man sagt und singt, ergebe möglichst einen Sinn.
Also gibt unsereins alles, was er vermag.
Man hat ja schließlich einen Bildungsauftrag.

Ты Меня Придолбил! Пошёл в жопу!
Эаткнисъ! Отьебисъ! Пошёл в пизду!
Ну вьі блин даете! Блядская работа!
Иди на хуй! Иди на хуй!

Auf der Straße tritt man ständig in verbalen Kot.
Was wir da alles hören, verschafft uns Atemnot.
Die Schimpfwortfäkalkanonadeninflation.
Bekämpfen wir jetzt, ihr kennt das schon.

Ты Меня Придолбил! Пошёл в жопу!
Эаткнисъ! Отьебисъ! Пошёл в пизду!
Ну вьі блин даете! Блядская работа!
Иди на хуй! Иди на хуй!

Man könnte sagen, es ist uns ja so egal,
in welcher Sprache man flucht, anal oder fäkal.
Doch glauben wir, dass es allen besser geht,
Wenn man das scheiß Gequatschte nicht versteht!

Ты Меня Придолбил! Пошёл в жопу!
Эаткнисъ! Отьебисъ! Пошёл в пизду!
Ну вьі блин даете! Блядская работа!
Иди на хуй! Иди на хуй!

Das ist unsere Bildungsoffensive.
Ein jeder mag sorgsam in sich gehn.
Und schon morgen Freunde, bei aller Liebe,
wolln wir euch russisch fluchen sehn.

Musik: Gerit Hecht
Text: Eric Fish

 

 

Utopia

Was für ein merkwürdiger Tag.
Es scheint dir alles wie gemalt.
Ein Jeder lacht dir ins Gesicht.
Von Stress und Sorgen spürst du nichts.
Und keiner merkt, dass Du zu spät
und unfrisiert zur Arbeit gehst.
Ein extra Monatslohn auf deinem Tisch,
dazu ein Kaffee, noch ganz frisch.
Daneben steht dein Chef und meint:
mach heute doch mal frei, mein Freund!.

Utopia!
Warst Du schon da?
Utopia!
Ein Luftschloss hat man dort gebaut,
aus Luft, die man zum Atmen braucht.
Doch ist mir jeder Atemzug
im Hier und Jetzt genug!

Du kannst kaum glauben was passiert
und nutzt den Tag ganz ungeniert.
Rennst gleich zum Ministerium
und siehst dich dort mal eben um.
Der Pförtner ist dein bester Freund,
und die Beamten aufgeräumt.
Natürlich klappt es auch sogleich,
und der Minister hat für dich Zeit.
Jawohl sagt er, ich bin dabei,
du lebst ab morgen steuerfrei.

Utopia!...

Weil du der Sache noch nicht traust,
guckst du am Abend Tagesschau.
Erfährst, dass es am Pol gefriert,
das Klima sich stabilisiert.
Und alle Kriege sind vorbei.
Ein jeder Mensch ist wirklich frei.
Das Geld hat man auch abgeschafft
und gibt den Weisen alle Macht.
Das ist so schön, du glaubst es kaum,
und du erwachst aus deinem Traum.

Utopia!....

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Abschied nehmen

Kinder, Kinder! Ach war das schön.
Meine ersten sieben Jahre,
ohne Pflichten, ohne Sorgen.
Ab die Post, wann ist schon morgen.
Die Drachenschnur geknotet an mein Herz,
so stieg es himmelwärts
und kannte keinen Schmerz.

Und dann hieß es Abschied nehmen
von der weg gelebten Zeit,
von den losgelösten Drachenträumen.
Vielleicht macht mich der Abschied frei.

Nun mein Junge bist Du alt genug.
Sei uns nun eine Stütze.
Das Leben ist kein Spielplatz mehr.
Wir fahren nächstes Jahr ans Meer.
Die Drachenschnur gerissen, und mein Herz
flog nicht mehr himmelwärts
und fühlte ersten Schmerz.

Und dann hieß es Abschied nehmen
von der weg gelebten Zeit,
von den losgelösten Kinderträumen.
Vielleicht macht mich der Abschied frei.

Junger Mann auf auf, nun voran.
Es wird jetzt ernst im Leben.
Lern was Rechtes, mach uns keine Sorgen.
Sei treu und redlich und denk an morgen.

Doch nun hieß es kämpfen,
und ich wurde hart.
Und nährte mich vom Schmerz
und von dem Traum in meinem Herz.

Und dann hieß es Abschied nehmen
von der weg gelebten Zeit,
von den losgelösten Jugendträumen.
Vielleicht macht mich der Abschied frei.

Und ich ließ den Drachen fliegen.
Fing den Traum zur rechten Zeit.
Und wenn der letzte Abschied naht,
bin ich bereit.

Und dann heißt es Abschied nehmen,
von der weg gelebten Zeit,
von den losgelösten Liederträumen.
Und dann bin ich bereit.

Denn dieser Abschied macht mich frei!

Musik: Eric Fish
Text: Eric Fish

 

 

Zum Sterben zu viel

Unsre Berufung zu beschreiben,
ist einfacher als die Wurzel aus zehn.
Lieder schreiben! Botschaft schreien! Beifall!
Und läuft das gut, wird man selig schlafen gehen!

Zum Leben zu wenig
Und zum Sterben zu viel.
Das ist des Liedermachers tägliches Spiel.
Im Magen zu wenig
Und im Kopf zu viel.
Doch war und ist dies unsre Wahl.
Der Weg ist das Ziel.

Der Morgen danach erwacht mit Schmerzen.
Dein Kopf kämpft routiniert gegen sie.
Schlaf rausreiben! Lieder schreiben! Beifall!
Und scheiß auf’s Frühstück!
So jung war’n wir noch nie.

Zum Leben zu wenig…

Zuweilen liest du eine Zeitung,
die von Musik so richtig Ahnung hat,
Stars abfeiern! Blödsinn seiern! Beifall?
Das Wort ist nur mächtig,
wenn man nicht darüber lacht!

Zum Leben zu wenig…

Wann hat der Unfug mal ein Ende?
Ehrliche Worte, man braucht sie schon.
Lieder singen! Wahrheit bringen! Beifall!

Und wir sind wir!
Und Ihr seid hier!
Und wir sind hier!
Und ihr seid wir!

Das ist
Zum Leben genug
Und zum Sterben viel zu viel.
Der Weg ist das Ziel!

Musik: Eric Fish, Gerit Hecht
Text: Eric Fish